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Fixkosten-Degressionsabschlag bedroht die Behandlung von neurologischen Patienten

01.08.2018

Diskussionsveranstaltung in der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf am 7. August 2018 von 11:00 Uhr bis 13:00 im Seminarraum der Klinik

Fixkosten-Degressionsabschlag bedroht die Behandlung von neurologischen Patienten

Die deutschen Kliniken und Krankenhäuser sind vom Fixkostendegressionsabschlag (FDA) betroffen. Und nicht allein das Wort klingt erschreckend, auch seine Auswirkungen auf die deutschen Kliniken sind es. Der FDA hat zur Folge, dass den Häusern für annähernd alle medizinischen Leistungen, die ab dem 1. Januar 2017 häufiger als im Vorjahr erbracht werden („mengenanfällige Leistungen“), mindestens 35% ihrer Vergütung gestrichen werden. Das betrifft auch neurologische Patienten, wie sie an den Kliniken des BDH behandelt werden.

Den Grundgedanken des Gesetzgebers beim FDA kann man so zusammenfassen: Ausgehandelte Mehrleistungen wie Fallzahlsteigerungen führen zu erweiterten Erlösbudgets. Damit verteilen sich die Fixkosten einer Klinik wie Gebäude und Geräte auf eine größere Anzahl von Fällen, wodurch mengenbezogene Kosteneinsparungen realisiert werden können. Diesem positiven Effekt soll mit dem FDA entgegengewirkt werden, den man also als eine Art Mengenrabatt von Seiten der Leistungserbringer für die Kostenträger beschreiben kann.

Aber: Schon jetzt können gestiegene Personal- und Sachkosten über die Fallpauschalen, die die Krankenhäuser erhalten, in vielen Fällen nicht refinanziert werden. Auf Mehrleistungen, über deren medizinische Notwendigkeit eindeutiger Konsens besteht, müssen Mengenrabatte in Form von drastischen Vergütungsabschlägen (je 35% über 3 Jahre) gewährt werden. Dabei liegt der Personalkostenanteil in Krankenhäusern bereits heute zwischen 60 und 70%. Zur Kostendeckung müssen die tatsächlichen variablen Personalkosten weiter massiv reduziert werden. Für notwendige Mehrleistungen braucht es aber zusätzliches Personal, nicht das Schultern von immer weiteren Aufgaben durch Menschen, die bereits an der Belastungsgrenze arbeiten.
Das Vorgehen richtet sich vorgeblich gegen ökonomisch getriebene Fallzahlensteigerungen bei „unnötigen“ Operationen in den Krankenhäusern, trifft aber ins Herz unseres Gesundheitssystems. Es besteht die Gefahr, dass notwendige medizinische Leistungen durch Unterfinanzierung rationiert werden.

Dabei gibt es Mehrleistungen, die Veränderungen im System der Krankenhausversorgung widerspiegeln. Die neurologische Frührehabilitation, ein Schwerpunkt der 5 BDH-Kliniken ermöglicht die Weiterbehandlung noch intensivbehandlungspflichtiger Patienten außerhalb der Kliniken der Maximal- und Schwerpunktversorgung. Sie ist ein wachsendes Segment der Krankenhauslandschaft und daher besonders vom FDA betroffen.

Nach dem ersten Geltungsjahr kann ein erstes Fazit gezogen werden. Wir möchten mit Ihnen über die praktische Auswirkung des FDA diskutieren am: 07.08.2018 in der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf gGmbH, Greitstraße 18-28 in 31840 Hessisch Oldendorf. Die Veranstaltung findet ab 11:00 Uhr im Seminarraum statt.
Herr Prof. Claus Wallesch, Ärztlicher Direktor der BDH-Klinik Elzach und Herr Prof. Mokrusch, Ärztlicher Direktor der Mediclin Hedon Klinik, Lingen werden mit Impulsreferaten in die Materie einführen.
Wir freuen uns auf eine interessante Diskussionsrunde. Die örtliche Presse und die Vertreter namhafter Patientenorganisationen sind eingeladen: BDH Bundesverband Rehabilitation e.V., ZNS Hannelore Kohl-Stiftung, Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe, Sozialverband Deutschland e.V., Sozialverband VdK Deutschland e.V.

Über den BDH Bundesverband Rehabilitation

Der BDH, der große deutsche Sozialverband und Klinikträger, ist führend auf dem Gebiet der Rehabilitation von neurologischen Patienten. Der bietet BDH soziale und sozialrechtliche Beratung und professionelle Vertretung vor Behörden und den Instanzen der Sozialgerichtsbarkeit sowie ehrenamtliche soziale Betreuung an.

Der BDH hat in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg auf dem Gebiet der neurologischen Rehabilitation Pionierarbeit geleistet und Einrichtungen gegründet, die bis heute Maßstäbe setzen und von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, den Berufsgenossenschaften, Rentenversicherungen und Versorgungsämtern sowie der Bundesanstalt für Arbeit in Anspruch genommen werden. In der Trägerschaft des BDH befinden sich heute fünf über ganz Deutschland verteilte neurologische Kliniken. Dazu kommen das Rehabilitationszentrum für Jugendliche in Vallendar und das Neurologische Therapie- und Beratungszentrum Offenburg.

Die stationäre neurologische Rehabilitation in den BDH-Kliniken nimmt einen wichtigen Stellenwert innerhalb des Leistungsangebotes des BDH ein, um Menschen nach einem Unfall oder sonstiger neurologischer und geriatrischer Krankheit Unterstützung auf dem Weg zurück ins Leben zu bieten.

BDH-Klinik Hessisch Oldendorf • Greitstraße 18–28 • 31840 Hessisch Oldendorf • Telefon 0 51 52 / 7 81 - 0
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