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Silberhochzeit beim BDH

11.10.2010

25 Jahre BDH - Bundesgeschäftsführer Josef Bauer im Interview

Vor 25 Jahren, am 01. Oktober 1985, nahm unser langjähriger Bundesgeschäftsführer Josef Bauer zunächst als Referent und ein Jahr später als Leiter der Rechtsabteilung des BDH in Bonn seine Arbeit für unseren Verband auf. Bewegte Jahre und viele interessante Erfahrungen prägten seine Zeit im Verband. Pressesprecher Thomas Kolbe führte anlässlich des Dienstjubiläums ein Gespräch mit ihm:

Thomas Kolbe:
Herr Bauer, zunächst gratuliere ich Ihnen von Herzen zu Ihrem Dienstjubiläum. Der Beginn jeder Beziehung ist das Kennenlernen – wie kamen Sie zum BDH?

Josef Bauer:
Mein Vater ist Kriegshirnbeschädigter und seit 62 Jahren Mitglied in unserem Verband. Vor 25 Jahren machte er mich darauf aufmerksam, dass die BDH-Bundesleitung in Bonn einen Juristen für die Rechtsabteilung sucht. Insofern hat die schwere Verwundung meines Vaters ursächlich dazu beigetragen, dass ich heute dieses Dienstjubiläum feiern darf.

Thomas Kolbe:
Herr Bauer, ein Vierteljahrhundert im BDH liegt nun hinter Ihnen. Sicherlich hat sich vieles in der Verbandsarbeit des BDH geändert. Könnten Sie uns einen Einblick in Ihre persönliche Sichtweise der Lage des Verbandes geben?

Josef Bauer:
Als ich am 01. Oktober 1985 meinen Dienst antrat, lag der Schwerpunkt der Mitgliederbetreuung noch auf dem Bereich der Kriegsopferversorgung und Kriegsopferfürsorge. In den letzten Jahren hat sich alleine aufgrund der immer mehr zurückgehenden Zahl der Kriegsopfer der Verband grundsätzlich verändert. Der BDH hat eine Entwicklung von einem Kriegsopferverband hin zu einem modernen Rehabilitationsverband vollzogen. Ich bin sehr dankbar, dass ich bei dieser Entwicklung mithelfen durfte.
Uns ist insbesondere in den beiden letzten Jahren das Kunststück gelungen, die Zielvorgaben der BDH-Kliniken und die politische Interessenvertretung unserer Kreis- und Landesverbände zu harmonisieren. Wir treten nun einheitlich auf, sprechen endlich mit einer Stimme. Einen großen Verdienst hieran hat sicherlich auch unsere Bundesvorsitzende Ilse Müller, die eine wirkliche Integrationsfigur zwischen der professionellen Arbeit des BDH in den Kliniken und der Bundesleitung und der ehrenamtlichen Arbeit in den Kreisverbänden darstellt.

Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen im Bundesvorstand und in den Landes- und Kreisverbänden werden wir auch weiterhin Druck auf die Politik ausüben, um sozialpolitische Prioritäten zu setzen. In Deutschland leben über 7 Mio. Menschen mit Behinderungen und es wird Zeit, diesem Umstand ausreichend Rechnung zu tragen und die großen Projekte der Inklusion umzusetzen.

Thomas Kolbe:
Herr Bauer, nach einem Vierteljahrhundert ist es sicherlich Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen.

Josef Bauer:
Ich sehe uns, den BDH Bundesverband Rehabilitation, als Interessenvertretung von Menschen mit Behinderungen als auch als Träger von Kliniken und weiteren Einrichtungen der Rehabilitation auf einem guten Kurs, aber längst noch nicht am Ziel. Die Wirtschaftskrise hat die Sozialträger unseres Landes hart getroffen. Wir versuchen daher, unseren Verband in unruhigen Zeiten, gemeinsam mit unseren Mitgliedern, durch raue See zu steuern. Demographische Umwälzungen, Kürzungen in den Sozialbudgets und ein Verdrängungswettbewerb in vielen Bereichen der Sozialwirtschaft stellen uns immer wieder vor neue Aufgaben. Im Rückblick sehe ich den zunehmenden Sozialabbau seit den 80er-Jahren als größte Bedrohung unserer Solidargemeinschaft. Es muss uns gelingen, in Zukunft den Menschen wieder Perspektiven zu schaffen und den Schwächeren in unserer Gesellschaft zur Seite zu stehen. Keine Gesellschaft verträgt dauerhaft soziale Kälte, wie sie seit einigen Jahren aufgekommen ist.

Thomas Kolbe:
Beziehen Sie dies auch auf die großartige Institution des Ehrenamtes?

Josef Bauer:
Gerade das ist der Punkt. Eine gesunde, lebendige Gesellschaft lebt von wechselseitigem Engagement der Menschen untereinander. Die Starken in unserem Land müssen sich für die sozial Unterprivilegierten einsetzen. Anderen zu helfen, stärkt vor allem die eigene Persönlichkeit. Dies müssen wir wieder stärker vermitteln und Menschen für das Ehrenamt begeistern.

Thomas Kolbe:
Jetzt muss ich doch noch einmal den Blick in die Vergangenheit richten. Welches Ereignis hat Sie in den vergangenen 25 Jahren besonders bewegt?

Josef Bauer:
Selbstverständlich die Geburt unserer beiden Kinder. Zu sehen, dass meine Familie in guten und schlechten Zeiten zusammensteht, war für mich eine große Unterstützung. Dies hat meine Arbeit beim BDH sicherlich erleichtert.

Thomas Kolbe:
Herr Bauer, 25 Jahre vergingen in der Rückschau wie im Fluge. Wie sieht Ihre Planung für die kommenden Jahre aus?


Josef Bauer:
Wir werden den BDH als „Marke“ im besten Wortsinn in der politischen Interessenvertretung behinderter Menschen, Senioren und sozial engagierter Mitbürger als auch im Bereich der neurologischen Rehabilitation etablieren.

Privat plane ich, den Jakobsweg, den ich mit meiner Frau zusammen in meinem Heimatort angegangen bin, fortzuführen. Z. Zt. sind wir kurz vor der französischen Stadt Lyon und es sind noch ca. 1.500 Kilometer zu bewältigen.

Abschließend ist es mir ein großes Anliegen, allen Freundinnen und Freunden im BDH sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Gliederungen als auch in unseren BDH-Kliniken und Einrichtungen für die stets offene und freundschaftliche Mitarbeit zu danken. Gemeinsam werden wir diesen Weg weiter beschreiten.

Thomas Kolbe:
Ich wünsche Ihnen für die kommenden Jahre gutes Gelingen und danke Ihnen für das Gespräch.



Josef Bauer mit Urkundezoom

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Telefon 02 28 / 9 69 84 - 0
Telefax 02 28 / 9 69 84 - 99
presse@bdh-bonn.de
www.bdh-reha.de

 
 
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