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Ergotherapie

Ergotherapie wird vom griech. ergon abgeleitet und bedeutet Arbeit, Tätigkeit, Handlung. Es ist eine ganzheitliche medizinisch-therapeutische Behandlung.
Die Abteilung setzt sich aus drei Bereichen zusammen, in denen Mitarbeiterinnen verschiedener Berufsgruppen arbeiten:

1. Ergotherapie
2. Kognitive Frührehabilitation
3. Therapieküche

Ergotherapie - Teamzoom
 

1. Ergotherapie

Die Basale Stimulation beinhaltet:
Die grundlegende Förderung aller Sinne durch elementare Wahrnehmungsangebote z. B. auf der

  • somatischen Wahrnehmungsebene (Fühlen, Spüren, Tasten)
  • olfaktorischen Wahrnehmungsebene (Riechen)
  • auditiven Wahrnehmungsebene (Hören)
  • visuellen Wahrnehmungsebene (Sehen)


Ziel ist es, die Eigenwahrnehmung und die Wahrnehmung der Umwelt zu fördern sowie den Aufbau einer Kommunikationsebene zu erreichen.


Das sensomotorisch-perzeptive Training umfasst:

  • Verbesserung der Rumpfaktivitäten und des Sitzgleichgewichts
  • Tonusregulation und Bewegungsanbahnung im Bereich der oberen Extremitäten
  • Erarbeitung von Greiffunktionen und Verbesserung der Feinmotorik
  • Förderung der Koordination der Bewegungsabläufe
  • Stimulation der Oberflächen- und Tiefensensibilität
  • Anbahnung und Erweiterung von Aktivitäten der Gesichtsmuskulatur (bei Fazialisparese)


Die vorhandenen motorischen Funktionen werden bei alltagsrelevanten oder handwerklichen Tätigkeiten praktisch eingesetzt und weiter gefördert.


Das Training kognitiver Stützfunktionen beinhaltet:

  • Erarbeitung der Orientierung
    • zur eigenen Person
    • zur Zeit
    • zum Ort
    • zur Situation
  • Verbesserung der Konzentration und Merkfähigkeit
  • Förderung der visuellen Wahrnehmung sowie der räumlich-konstruktiven Leistungen
  • Entwicklung von sinnvollen Handlungsfolgen (z. B. bei Apraxie)

Das neuro-ophthalmologische Training erfolgt bei folgenden Beeinträchtigungen:

  • Hemianopsie
  • Fusionsstörungen
  • Doppelbilder
  • Occulomotoriusparesen
  • einseitiger Ausfall der Sehkraft

Das Training der Aktivitäten des täglichen Lebens umfasst z. B.:

  • Körperpflege und Mundhygiene
  • An- und Auskleiden
  • Vorbereitung und Verzehr von Mahlzeiten (Esstraining)
  • Schreiben

Das Training des betroffenen Arms:

Seit Mai 2008 wird unser Therapieangebot zusätzlich durch das modifizierte repetitive Bewegungstraining nach Taub ergänzt.
In Zusammenarbeit mit der Physiotherapie haben wir ein Konzept entwickelt mit dem Ziel, den Teufelskreis des gelernten Nichtgebrauches des betroffenen Arms zu unterbrechen.
Durch diese intensive Therapieform wird der Arm mit seinen Restfunktionen soweit trainiert, dass der Patient/Rehabilitand ihn wieder funktionell im Alltag benutzen kann.


Weitere Inhalte sind:

  • Gruppenangebote (Feinmotorikgruppe, Handwerksgruppe)
  • ein zusätzliches Eigentraining (mit verschiedenen funktionellen Medien in den Räumen der Abteilung
  • die Weitergabe von Hausübungsprogrammen
  • Möglichkeiten eines weiteren Trainings der vorhandenen Funktionen im Alltag
  • die Anleitung und Beratung von Angehörigen
Basale Stimulationzoom
Sensomotorisch-perzeptives Trainingzoom
Sensomotorisch-perzeptives Trainingzoom
Training kognitiver Stützfunktionenzoom
Neuroophthalmologische Trainingzoom
Das neuroophthalmologische Training erfolgt bei folgenden Beeinträchtigungen: Hemianopsie, Fusionsstörungen, Doppelbilder, Occulomotoriusparesen, einseitiger Ausfall der Sehkraft.zoom
Training der Aktivitäten des täglichen Lebenszoom
Training des betroffenen Armszoom
Training alltäglicher Funktionenzoom
In der Ergotherapiezoom
 

2. Kognitive Frührehabilitation

Wir bahnen durch Basale Stimulation eine Kommunikationsebene an. Im weiteren Verlauf trainieren wir sprachliche und rechnerische Grundlagen sowie die visuelle Wahrnehmung.
Außerdem bieten wir lebenspraktische Inhalte an und fördern das Sozialverhalten mit dem Ziel einer schulischen, beruflichen oder sozialen Wiedereingliederung des Patienten/Rehabilitanden.
Die Kleingruppentherapie erfolgt individuell durch qualifizierte Pädagogen in entsprechend ausgestatteten Räumen. Bei Bedarf werden die Patienten auch auf den Stationen in ihren jeweiligen Zimmern behandelt.

Das Therapieangebot gliedert sich in folgende Schwerpunkte:


Basale Stimulation:
Präsentieren von eindeutigen und dem Patienten/Rehabilitanden vertrauten Wahrnehmungsangeboten, um ihm in der momentanen Situation eine Orientierung über den eigenen Körper und seine vorhandenen Möglichkeiten zu geben.

Dies geschieht durch:

  • Lagerung
  • gezielte Berührungen
  • akustische Eindrücke von Klangelementen und vorwiegend klassischer Musik
  • optische Eindrücke durch Bilder, Licht und Farben
  • Geschmacks-/Geruchseindrücke
  • Die vorhandenen Funktionen (Bewegung, Gestik, Mimik, Atmung, Vitalfunktionen) werden genutzt, um eine Kommunikationsebene anzubahnen und zu nutzen und Aktivitäten des täglichen Lebens zu ermöglichen.

Förderung der visuellen und räumlich-konstruktiven Wahrnehmung:
Farb-, Form-, Größen- und Bilderfassung mit methodisch abgestimmten Übungsmaterialien sowie auf Arbeitsblättern.


Training der kognitiven Stützfunktionen:
Übungen zur Verbesserung der Aufmerksamkeit, der Ausdauer und der Belastbarkeit, der Konzentration sowie der Gedächtnisleistungen auf angemessenem Niveau.


Training im rechnerischen und sprachlichen Bereich:
Training der rechnerischen Fähigkeiten und Fertigkeiten auf alltagsbezogenem Niveau. Vorbereitung der schulischen und beruflichen Wiedereingliederung durch Sicherung der mathematischen Grundlagen.

  • Förderung des auditiven Sprachverständnisses sowie des Lesesinnverständnisses, des Sprechens und des Schreibens
  • gegebenenfalls Erarbeitung der Blindenschrift
  • zusätzliche Förderung von Patienten in speziell eingerichteten Gesprächsgruppen

Vermittlung lebenspraktischer Inhalte:

  • Umgang mit der Uhr, dem Kalender, dem Euro sowie Nachschlagewerken (Lexika, Postleitzahlen- und Telefonbücher u. ä.)

Förderung des Sozialverhaltens:

  • Hilfe beim Umgang mit den vorhandenen Leistungsdefiziten
  • Akzeptanz, Rücksicht und Toleranz gegenüber anderen Gruppenmitgliedern
  • Steigerung des Selbstbewusstseins durch Vermittlung von Erfolgserlebnissen

Wir versuchen auf vielfachen Wegen, die motorischen Einschränkungen unserer Patienten/Rehabilitanden durch spezielle Computertastaturen und -programme zu kompensieren.
In der Abteilung kognitive Frührehabilitation sichern wir die Grundlagen für eine erfolgreiche schulische, berufliche und soziale Wiedereingliederung der Patienten/Rehabilitanden oder eine weiterführende Rehabilitation in den Abteilungen Neuropädagogik und Klinische Neuropsychologie unserer Klinik.

Basale Stimulationzoom
Förderung der visuellen und räumlich-konstruktiven Wahrnehmungzoom
Training im rechnerischen und sprachlichen Bereichzoom
Vermittlung lebenspraktischer Inhaltezoom
In der Ergotherapiezoom
 

3. Therapieküche

In einer gesonderten Abteilung bietet die Ergotherapie ein hauswirtschaftliches Training an.
In unseren vier modern eingerichteten Küchen sowie einer textilen Abteilung wird in kleinen überschaubaren Gruppen gearbeitet, so dass eine individuelle Förderung gewährleistet ist.
In dieser Abteilung werden die Patienten/Rehabilitanden von hauswirtschaftlichen Betriebsleiterinnen bzw. Meisterinnen der ländlichen Hauswirtschaft betreut.

 


Zielgruppen

  • Patienten/Rehabilitanden, die durch das Küchen- und Haushaltstraining die größtmögliche Selbstständigkeit erlangen sollen, um eine Eigenversorgung bzw. Mithilfe im häuslichen Bereich zu gewährleisten.
  • Eine individuelle berufsbezogene Förderung von Patienten/Rehabilitanden aus dem
    • Lebensmittelbereich (Bäcker, Köche, Fleischer usw.)
    • Textilen Verarbeitungsbereich (Schneider, Dekorateure usw.)
    • Gartenbereich (Landschaftsgärtner usw.)
    • Patienten/Rehabilitanden mit besonderem berufsbezogenem Interesse auf diesen Gebieten

Therapiebereiche

Den Patienten/Rehabilitanden wird die Möglichkeit gegeben, gewohnte Arbeitsmaterialien sowie bekannte Rezepte und Lebensmittel einzusetzen. Bei körperlichen Einschränkungen werden Anregungen und Hilfestellungen gegeben. Bei Bedarf werden Hilfsmittel angeboten, damit die Patienten/Rehabilitanden so selbstständig wie möglich arbeiten und dieses zur Eigenversorgung nutzen können.

Die Therapie lässt sich in 4 Bereiche mit vielfältigen Inhalten unterteilen, wobei die Nahrungszubereitung einen wichtigen Stellenwert einnimmt.

(1) Praxisbezogene Nahrungszubereitung

  • Erlernen von lebenspraktischen Handlungen
  • Überprüfen oder Erlernen bzw. Erweitern von Grundlagen aus der Nahrungszubereitung mit mündlicher und schriftlicher Hilfestellung
  • Individuelles Arbeiten nach Rezepten und Anleitungen auf unterschiedlichem Niveau
  • Praktischer Umgang mit Arbeits- und Elektrogeräten
  • Vermitteln von verschiedenen Arbeitstechniken und Grundlagen der Arbeitsplatzgestaltung


(2) Textile Fertigung

  • Anfertigen von Textilien sowie kreativer Handarbeiten (Grundlagen der Sticktechniken, Anwenden von Zählmustern usw.)
  • Umgang mit der Nähmaschine


(3) Haushaltspflege

  • Reinigung und Pflege der verschiedenen Oberflächen im Haushalt, z. B. Staubwischen, Fegen, Wischen usw.


(4) Garten

Unser Gartengelände ist ausgestattet mit einem Therapiegarten und bietet verschiedene Trainingsmöglichkeiten für unsere Patienten:

  • Unterfahrbare Tische und Hochbeete bieten die Möglichkeit, dass vom Rollstuhl aus gearbeitet werden kann.
  • Zudem besteht die Möglichkeit, verschiedenste Gartenarbeiten auszuprobieren und zu trainieren (Beet- und Pflanzenpflege, Umtopfen von Topfpflanzen usw.)
Das Team der Therapieküchezoom
Therapieküchezoom
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Therapieküchezoom
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BDH-Klinik Hessisch Oldendorf • Greitstraße 18–28 • 31840 Hessisch Oldendorf • E-Mail schreiben