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Dystonien

Was sind Dystonien?

Dystonien sind mit 33 Erkrankten (idiopathische Formen) pro 100.000 Einwohner insgesamt seltene Erkrankungen, die sich mit unwillkürlichen Bewegungen oder abnormen Gelenkstellungen und Haltungen präsentieren. Beispielsweise wird der Kopf unwillkürlich zu einer Seite gedreht, dann spricht man von einem Torticollis (Abb. rechts).

Auf den unerfahrenen Betrachter wirken Dystonien überaus bizarr und können leicht als psychogen verkannt werden. Jahrelange Odysseen der Patienten von Arzt zu Arzt sind leider keine Seltenheit; hilfesuchend wenden sich Betroffene an Hausärzte, Orthopäden, Chiropraktiker, Psychiater und Psychotherapeuten, ohne dass über lange Zeit die korrekte Diagnose gestellt wird.

Dystoner Schiefhals (Torticollis spasmodicus): Der Kopf wird in diesem Beispiel unwillkürlich nach links gezogen.
Dystoner Schiefhals (Torticollis spasmodicus): Der Kopf wird in diesem Beispiel unwillkürlich nach links gezogen.
 

Wann sollte eine Dystonie in Betracht gezogen werden? – Klinische Merkmale

Immer wenn ein Patient über lang anhaltende unwillkürliche Muskelkontraktionen berichtet, welche den Kopf, Extremitäten und/oder den Rumpf in abnorme Haltungen bringen („tonische Dystonie“), muss eine Dystonie erwogen werden. Auch immer wiederkehrende Kontraktionen, die zu dystonen Bewegungen führen („phasische Dystonie“), sollten zu dieser Diagnose Anlass geben. Charakteristisch – gerade beim dystonen Schiefhals (Torticollis) – ist eine „geste antagoniste“, d. h. die Patienten berichten über eine Besserung der Bewegungsstörung durch sensorische Tricks: Das Berühren einer Körperregion (z. B. der Kinnpartie) bessert die Symptome.
Es gibt aber auch sogenannte „aufgabenspezifische Dystonien“. Bei diesen Patienten treten dystone Bewegungen nur in Folge bestimmter Willkürbewegungen auf, z. B. beim Musizieren („Musikerkrampf“) oder Schreiben („Schreibkrampf“).

Schreibkrampf: Beim Schreiben kommt es bei diesem Patienten zu einer unwillkürlichen Streckung der Hand.zoom
Schreibkrampf: Beim Schreiben kommt es bei diesem Patienten zu einer unwillkürlichen Streckung der Hand.
 

Wie können Dystonien behandelt werden?

Therapie der Wahl bei zahlreichen Dystonien stellt die Behandlung mit Botulinumtoxin Typ A (Dysport®, Botox®) oder B (Neurobloc®) dar. Dabei wird das Medikament in übermässig aktive Muskeln injiziert. Die Wirkung setzt erst nach etwa einer Woche ein und hält für etwa drei bis vier Monate an. Dann ist eine neue Behandlung erforderlich. Bei fachgerechter Anwendung sind nur geringe Nebenwirkungen und eine nahezu vollständige Beschwerdefreiheit zu erwarten.

 

Wo kann ich noch mehr Informationen bekommen?

Informationen erhalten Sie bei Ihrem Neurologen oder im Internet unter www.dystonie.de.

 
 
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