Zwei Millionen aus eigener Tasche für Anbau

04.12.2010

Hessisch Oldendorf (amg). Die Außenfassade der beiden neuen Stockwerke ist hell, die großzügig geschnittenen Patientenzimmer sind in heiteren Farbtönen gestaltet. Der Blick geht ins Freie, und jedes Zimmer ist behindertengerecht eingerichtet: Seit vier Wochen sind die neuen Räume der Stationen 1 und 2 der BDH-Klinik Hessisch Oldendorf in Betrieb – am Dienstag wurde der Erweiterungsbau offiziell eingeweiht. Die beiden Etagen, die auf die Intensivstation gesetzt wurden, haben eine Gesamtfläche von 730 Quadratmetern. 13 neue Patienten-Doppel-Zimmer sowie Neben- und Funktionsräume sind entstanden.

Innerhalb von zehn Monaten ist der Bau realisiert worden, sagt Andreas von Schilgen. Für das mit dem Projekt beauftragte Hamelner Architektenbüro Friedemann, Schmalisch und von Schilgen sei neben einer kurzen Bauzeit wichtig gewesen, bei den historisch bedingten engen Verhältnissen so viel Fläche wie möglich an bereits vorhandener Bausubstanz zu schaffen. „Durch die Baumaßnahme haben wir für die uns anvertrauten, oft schwerstbetroffenen Früh-Reha-Patienten/Rehabilitanden geeignete Räumlichkeiten zur Behandlung und Pflege, wie wir sie uns vorstellen“, sagt der Geschäftsführer und Verwaltungsdirektor Uwe Janosch. Bürgermeister Harald Krüger sieht in der Investition auch eine „Sicherstellung des größten Arbeitgebers am Ort.“ Das Krankenhaus in Trägerschaft des gemeinnützigen Vereins BDH Bundesverband Rehabilitation gehört zu den größten neurologischen Fachkliniken Deutschlands und beschäftigt in Hessisch Oldendorf 400 Mitarbeiter. Erfreulich findet Krüger auch, dass bei dem Erweiterungsprojekt überwiegend heimische Unternehmen am Werk waren.

Mit zwei Millionen Euro schlägt die Investition zu Buche – bezahlt wurde sie ausschließlich mit Eigenmitteln. Als alleiniger Gesellschafter müsse man in die Einrichtung investieren, um den Standort attraktiv, lebendig und erfolgreich zu halten, sagt die Bundesvorsitzende des BDH-Bundesverbandes Rehabilitation Ilse Müller und hebt in puncto Finanzierung die Bereitschaft der Mitarbeiter hervor, sich auf eine „maßvolle Einkommenssteigerung“ eingelassen zu haben. Diese habe das Projekt überhaupt erst möglich gemacht. Die im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD) festgelegten Lohnerhöhungen sind demnach nicht umgesetzt worden, vielmehr gelten für die nächsten zwei Jahre vertragliche Sondervereinbarungen, die nur moderate Lohnerhöhungen vorsehen. „Ein Prozent Gehaltserhöhung bedeutet jährlich rund 150 000 mehr Lohnkosten“, erklärt der leitende Arzt und ärztliche Direktor Professor Jens Dieter Rollnik. Dass eigentlich das Land die Baumaßnahme hätte fördern müssen, ist bekannt: „Allerdings ist es auch ein offenes Geheimnis, dass die Krankenhausfinanzierung nicht nur in Niedersachsen defizitär ist“, sagt Ilse Müller. Für die Erweiterung der Stationen 1 und 2 habe man angesichts der desolaten gesundheitspolitischen Situation und der schlechten Aussicht auf Gelder von vornherein auf einen Antrag verzichtet. Auch die knapp sechs Millionen Euro teure Sanierung des Hauptgebäudes, die 2011 in Angriff genommen werden soll, werde ausschließlich mit eigenen Mitteln finanziert. Anders verhalte es sich mit dem kostenintensiven Projekt „Intensivstation“, das man mit öffentlichen Mitteln verwirklichen müsse. Geplant ist eine Erweiterung von 13 auf 25 Betten. Kosten: Rund zehn Millionen Euro. „Von guten Aussichten“ auf finanzielle Unterstützung hatte im letzten Jahr die damalige Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann bei einem Besuch gesprochen. Angekommen ist bis jetzt nichts. Otto Deppmeyer, Mitglied des niedersächsischen Landtages, verspricht, sich für eine finanzielle Unterstützung starkzumachen: „Ich werde das Möglichste oder auch noch mehr tun, dass es gelingt.“

Unterdessen hat der erweiterte BDH-Vorstand die Sanierung des Hauptgebäudes beschlossen: „Die Kosten übernimmt der Träger“, sagt Ilse Müller auf Anfrage. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll das Projekt abgeschlossen sein. Wie gut die neuen Zimmer auf die Bedürfnisse der oft schwerstbetroffenen Früh-Reha-Patienten/Rehabilitanden zugeschnitten sind, führt Monika Bettels den Gästen vor.

Die beiden Etagen, die auf die Intensivstation gesetzt wurden, haben eine Gesamtfläche von 730 Quadratmetern.


Quelle: Deister- und Weserzeitung (Dewezet), Fotos: amg
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