Durch Farbe helfen

08.02.2011

Therapeuten nutzen die Wirkung von Farben

Hessisch Oldendorf (bj). „Farben können beruhigen, können Menschen aktivieren und helfen, sich zu orientieren. Es kommt ganz darauf an, für welche Farbtöne der Farbskala ich mich entscheide“, sagt Britta Samsen-Huch. Die Hessisch Oldendorfer Künstlerin unterstützt seit einigen Jahren die BDH-Klinik bei den fortlaufenden Baumaßnahmen zur Renovierung und Erweiterung. Das Farbkonzept spielt dabei eine wichtige und mehrschichtige Rolle.
„Wir wollen zum einen erreichen, dass die Mehrteiligkeit unserer Gebäude durch einheitliche Farbgebung harmonisch erscheint und zum anderen eine bessere Orientierung für Patienten/Rehabilitanden und Besucher ermöglicht wird“, erklärt Uwe Janosch, Verwaltungsdirektor der BDH-Klinik. Als aus den Reihen betroffener Angehöriger die Anregung kam, mit etwas mehr Farbe in den Räumen der Reha-Klinik zu arbeiten, stieß dieses im Qualitätszirkel „Infrastruktur“ auf offene Ohren. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe, Ärzte, Therapeuten und Pfleger, waren bereits dabei, im Rahmen einer Zertifizierung Konzepte zu erarbeiten, die nun bereits seit 2004 in der Klinik umgesetzt werden.
Betritt man die Reha-Klinik in der Greitstraße durch den Haupteingang, fällt sofort die große Übersichtstafel in den Ampelfarben rot, gelb, grün ergänzt durch Blau auf. Die Etagen der Gebäude mit den Stationen und den Therapiebereichen sind den Ampelfarben zugeordnet. „Dieses Ampelsystem wird konsequent durch alle Gebäude und Ebenen verfolgt, es ist eine wesentliche Orientierungshilfe sowohl für unsere Patienten/Rehabilitanden als auch für die Besucher“, erklärt die Qualitätsmanagerin der BDH-Klinik, Steffi Tümpel. Es sei ein Ergebnis des Qualitätszirkels „Infrastruktur“ und werde ständig optimiert. Ein Beispiel dafür sei eine Blume im gleichen Farbton wie das Zimmerschild, die dem Patienten/Rehabilitanden signalisiere, dass er sich im Ruhebereich und nicht im Therapiebereich befinde.
„Wir fragen uns immer wieder, wie können wir unsere Patienten/Rehabilitanden unterstützen. Wo und wie wollen wir ihnen entweder Entspannung und Ruhe vermitteln oder sie aktivieren“, sagt Steffi Tümpel. So werden in den Aufenthaltsräumen und Gängen durchweg Farben wie gelb, hellorange oder zartgrün eingesetzt, die wohltuend auf die Menschen wirken, die sich in ihnen bewegen. Lange Flure werden durch Farbspiele, großformatige Fototapeten und Farbtafeln optisch verkürzt. „Durch diese gezielt eingesetzten Mittel verlieren lange Strecken auch für Rollstuhlfahrer ihren Schrecken und erzeugen bei allen Benutzern eine positive Stimmung“, ist sich Britta Samsen-Huch sicher.


Quelle: Deister- und Weserzeitung (Dewezet)
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Farbgestaltung in der BDH-Klinik Hessisch Oldendorfzoom
 
 
 
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